Gedanken zum Handyticket

Seit einigen Tagen ist in einigen Regionen Deutschlands das Projekt Handyticket gestartet. Zu diesen Regionen zählt auch Dresden. Die Idee ist, dass man per kostenlosen Anruf oder mit Hilfe eines kleinen Programms auf dem Mobiltelefon seinen Fahrschein direkt vor Fahrtantritt erwerben kann. Der Fahrschein wird dann per SMS auf das Handy geschickt.

Der erste Gedanke dazu ist, dass es eine tolle Sache ist. Man hat keine Probleme mehr passendes Kleingeld für den Fahrscheinautomaten zu haben, es ist bequem und ich kann Fahrscheine für unterschiedliche Regionen und Verkehrsverbünde erwerben. Den ganzen Service gibt es beim Anruf ohne Zusatzkosten (0800-Nummer), ansonsten fallen GPRS- oder SMS-Gebühren an.

Wenn ich jedoch etwas genauer darüber nachdenke, dann kommen mir doch ein paar Zweifel zu den Errungenschaften dieser schönen neuen Welt. In Zeiten in denen Themen wie Vorratsdatenspeicherung, Online-Durchsuchungen und eine quasi Umkehr der Unschuldsvermutung gefordert und teilweise auch schon praktiziert werden, beschleicht mich ein ungutes Gefühl Fahrscheine mit Hilfe meines Handys zu kaufen. Denn damit lassen sich ziemlich genaue Bewegungsprofile über eine Person erstellen (erinnert sich noch jemand an das Spiel "Die Jagd nach Mister X"?). An die vertrauliche Speicherung und Behandlung dieser Daten mag ich nicht so recht glauben, denn hat man erstmal solche Daten, dann sind die Begehrlichkeiten groß. Ein gutes Beispiel sind die Mautdaten, die jetzt auch zur Strafverfolgung genutzt werden sollen, obwohl es zuerst nicht geplant war.

Man hinterlässt schon genug digitale Spuren im täglichen Leben z.B. bei der bargeldlosen Zahlung oder Internetnutzung. Da muss ich nicht noch einen weiteren Baustein dazu tun. Was denkt ihr so darüber? Handyticket - Fluch oder Segen?

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