Bahngeschichten II

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben. Dafür eignet sich die Deutsche Bahn immer wieder besonders gut. Zumindest haben sich ja die Streikwogen erstmal wieder etwas geglättet, so dass mein Wochenendpendeln wieder zuverlässig läuft. Interessant sind aber immer die kleinen Geschichten, die man so beim Bahnfahren erlebt.

Streikbedingte Verspätung ohne Streik
Offensichtlich von den deutschen Lokführern inspiriert, streikte letzte Woche das Bahnpersonal in Ungarn. Dadurch kam es, warum auch immer, zu Verspätungen auf der ICE-Linie Frankfurt (M) - Dresden. Weil es offensichtlich der letzte Zug für diesen Tag war, wurden kurz nach der Abfahrt in Leipzig die "Anschlussreisenden" in Riesa gebeten sich beim Fahrpersonal, welches jetzt durch den Zug gelaufen kommt, zu melden.

Ausfall der Neigetechnik
Auf der Strecke München-Leipzig sind ICEs mit Neigetechnik unterwegs, damit sie bei der Fahrt durch die engen Täler des Thüringer Waldes nicht ganz so arg kriechen müssen. Heute handelte sich der Zug etliche Minuten Verspätung ein, weil eben jene Neigetechnik ausfiel und sich der Zug nicht mehr so schwungvoll in die Kurven werfen konnte. Das Hin- und Hergeneige kann übrigens bei Dunkelheit und fehlenden Referenzpunkten außerhalb des Zuges durchaus zu leichten Schwindelgefühlen führen.

Kinderlandverschickung
Auch wenn die Bahn noch so sehr auf Kurs Richtung Aktiengesellschaft ist, im Grunde ist sie noch ein Staatsunternehmen. Das merkt man insbesondere an der sonntäglichen Reisewelle von Bundeswehrsoldaten. Man hat den Eindruck, das teilweise fast die Hälfte der Reisenden Uniformierte sind.

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